Ein toter Ornithologe, ein seltener Vogel und viele Verdächtige – was geht vor auf Wangerooge?
Der angesehene, aber umstrittene Wissenschaftler Dr. Hanno Janssen wird tot in einer Vogelbeobachtungshütte gefunden, und schnell zeigt sich, dass Gift im Spiel war. Seine Konflikte mit Insulanern und ein verhindertes Bauprojekt liefern mehrere mögliche Motive, doch keiner der Verdächtigen lässt sich überführen.
Der Klappentext zum Ostfrieslandkrimi:
»Der rare Seeregenpfeifer als Mordmotiv?« In einer Vogelbeobachtungshütte auf Wangerooge sitzt der Ornithologe Dr. Hanno Janssen tot auf einer Bank. Als die Inselpolizistinnen Nele und Jule Hibenga am Schauplatz eintreffen, sind keine äußeren Verletzungen sichtbar. Doch die Inselärztin Corinna Hofmeister findet deutliche Anzeichen einer Vergiftung. Dr. Hanno Janssen war zwar einerseits ein brillanter Wissenschaftler, aber auch für seine überhebliche und selbstgerechte Art bekannt. So hatte er auf Wangerooge einem Geschäftsmann ein millionenschweres Bauprojekt vermasselt, da dort seltene Vögel brüten würden. Zweifellos ein starkes Motiv, aber ist dieser wirklich der Mörder? Im Laufe der Ermittlungen spüren die Hibengas immer mehr Verdächtige auf, die Motiv und Gelegenheit für den Mord hatten – aber keinem ist etwas nachzuweisen. Doch dann bringen winzigste Spuren, die am Tatort gefunden wurden, sie schließlich auf die richtige Spur …
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Interview zu »Hüttenmord auf Wangerooge«
In ihrem neuen Ostfrieslandkrimi „Hüttenmord auf Wangerooge“ weist der Titel bereits auf den Tatort hin. Worum handelt es sich dabei?
Julia Brunjes: Der Schauplatz des Verbrechens ist eine abgelegene Vogelbeobachtungshütte, die tief im Naturschutzgebiet im Osten von Wangerooge versteckt liegt. Es ist ein einfacher, fast unscheinbarer Holzverschlag, der bewusst unauffällig in eine Dünensenke gebaut wurde. Sein Zweck ist es, Naturfreunden und Forschern Schutz vor Wind und Wetter zu bieten und sie gleichzeitig vor den Augen der scheuen Tierwelt zu verbergen. Dieser Ort, den die meisten Touristen nie zu Gesicht bekommen, ist ein Refugium der Geduld und der Stille, das nun zum Zentrum eines mysteriösen Todesfalls wird. Dr. Hanno Janssen, ein Ornithologe, der im Leben schwierig im Umgang war und sich viele Feinde gemacht hat, wird dort tot aufgefunden. Viele sind verdächtig – aber alle haben Alibis.
Obwohl an dem Toten keine äußeren Verletzungen sichtbar sind, ist die Inselärztin nicht von einem natürlichen Tod überzeugt. Welche Verdachtsmomente gibt es?
Julia Brunjes: Die erfahrene Inselärztin, Frau Dr. Hofmeister, ist trotz des Fehlens äußerer Verletzungen sofort misstrauisch. Mehrere subtile Anzeichen lassen sie an einem natürlichen Tod zweifeln. Zunächst stört sie die friedliche, fast entspannte Haltung des Toten, die untypisch für einen plötzlichen Herztod ist, bei dem man oft verkrampfte Züge findet. Hinzu kommt die ungesunde, wächserne Blässe seines Gesichts, die nicht zur kühlen Umgebung passt. Der entscheidende Hinweis sind jedoch seine extrem verengten, fast stecknadelkopfgroßen Pupillen. Dieses klassische Symptom alarmiert die Ärztin und lenkt ihren Verdacht auf eine Vergiftung mit einem potenten pflanzlichen Nervengift, das einen leisen und unauffälligen Tod herbeiführt. Sie drängt schließlich auf eine schnelle, gründliche Untersuchung und nimmt sogar selbst Proben.
Dr. Hanno Janssen war ein bekannter Ornithologe – stellen Sie ihn doch mal etwas genauer vor.
Julia Brunjes: Dr. Hanno Janssen ist eine faszinierende und zwiespältige Figur. Einerseits ist er eine unbestrittene Koryphäe auf dem Gebiet der Vogelkunde, dessen Bücher als Standardwerke gelten und der als wissenschaftliche Institution gefeiert wird. Er ist ein genialer, extrem akribischer Forscher, der für seine Arbeit brennt. Andererseits war seine Persönlichkeit äußerst schwierig. Er wird als arrogant, selbstherrlich und herablassend beschrieben, der eine diebische Freude daran zu haben scheint, die Arbeit anderer öffentlich zu zerreißen. Diese schneidende Kritik hat ihm im Laufe seiner Karriere viele Feinde gemacht. Seine totale Hingabe an die Wissenschaft hatte auch private Konsequenzen: Seine Ehe zerbrach daran, und das Verhältnis zu seiner Tochter ist entfremdet, da die Vögel für ihn stets an erster Stelle standen.
Im Laufe der Ermittlungen gibt es immer mehr Verdächtige, am Schauplatz auf, die sowohl Motiv und Gelegenheit hatten. Um wen handelt es sich dabei?
Julia Brunjes: Die Ermittlungen entfalten ein komplexes Netz aus potenziellen Tätern, da Dr. Janssen viele Menschen gegen sich aufgebracht hatte. Zunächst gerät die junge und erfolgreiche Influencerin und Naturfotografin Lena Voss ins Visier, deren Ruf Dr. Janssen durch öffentliche Anschuldigungen zu ruinieren drohte. Ein weiteres starkes Motiv hat der lokale Bauunternehmer Eike Harms, dessen millionenschweres Bauprojekt durch ein Gutachten von Janssen gestoppt wurde, was ihn an den Rand des finanziellen Ruins brachte. Eine tiefere, persönliche Spur führt zu Dr. Maren Brandt, einer Biologin und Janssens ehemaliger Doktorandin, die er nach einer privaten Affäre sowohl beruflich ausgenutzt als auch persönlich fallen gelassen hatte. Schließlich rückt überraschend auch der allseits beliebte Antiquitätenhändler Klaas Tjaden in den Fokus, dessen ruhige Fassade zu bröckeln beginnt, als die Kommissarinnen eine geheime und illegale Leidenschaft aufdecken, die ihn direkt mit dem Opfer verbindet.