Aus der Serie »Köhler und Wolter ermitteln« von Sina Jorritsma ist mit dem Ostfrieslandkrimi »Nordseekutter« bereits der zwanzigste Band erschienen! Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum!
Der Klappentext zum Ostfrieslandkrimi
»Er wurde erstochen!« Seit Tagen war Ulf Tessling auf der Flucht, nachdem er bei einem Freigang den Justizvollzugsbeamten entkommen konnte. Nun finden ihn die Kommissare Gerrit Wolter und Torsten Köhler ermordet auf einem ausrangierten Fischkutter in Norddeich. Wer trachtete ihm nach dem Leben? Im Fokus stehen seine Freundin Laura, die Ex-Freundin Marie und seine Brieffreundin Hannah. Drei Frauen, die ihm sehr zugetan waren. Aber warum sollte eine von ihnen Ulf Tessling töten? Und was hat Theda Sieks mit der ganzen Sache zu tun? Im Haus der alten Dame finden die Polizisten einen Hinweis darauf, dass der Ermordete auf dem Kutter in eine Falle gelockt wurde. Als sie das Handy des Toten überprüfen, erkennt Kommissar Köhler mit Schrecken: Die letzte gewählte Nummer ist die seiner Partnerin Dortje Brannum. Und er kann die investigative Kriminalreporterin seit Stunden nicht erreichen! Ist sie in Gefahr oder hat sie gar etwas mit dem Mord zu tun? Erst ein Anruf in der Justizvollzugsanstalt bringt die Ermittlungen voran, und langsam beginnt sich der Nebel zu lichten …
Der Ostfrieslandkrimi »Nordseeklette« ist als E-Book bei den bekannten Anbietern erhältlich wie:
Eine Übersicht über die Reihenfolge der Bücher finden Sie hier.
Mehr über die Serie können Sie im Steckbrief erfahren.
Das Interview zum Ostfrieslandkrimi
Ihr neuer Ostfrieslandkrimi „Nordseekutter“ ist erschienen. Worum geht es?
Sina Jorritsma: Ulf Tessling, der wegen Totschlags eine Haftstrafe absitzen muss, konnte aus der Justizvollzugsanstalt entkommen. Da er lange in Norddeich gelebt hat und vielleicht seine Mutter auf Juist besuchen will, ist die Norder Polizei in Alarmbereitschaft – denn die Fähren zu der Urlaubsinsel legen im Norddeicher Hafen ab. Die Kommissare Torsten Köhler und Gerrit Wolter bekommen den Auftrag, Tessling wieder einzufangen. Und tatsächlich finden sie einen vielversprechenden Hinweis darauf, wie der Verbrecher nach Juist gelangen will. Doch während sie noch auf der Lauer liegen, erhalten sie eine neue Information: Tessling wurde in Norddeich getötet. Ein Mann mit seiner gewalttätigen Vergangenheit hat natürlich viele Feinde. Die Ermittler müssen also ihren ganzen Scharfsinn aufbringen, um den raffinierten Mordplan zu durchschauen.
Tatort ist ein ausrangierter Kutter, die ›Frisia‹ in Norddeich. Was ist das für ein Schiff?
Sina Jorritsma: Fischereikutter sind kleine – maximal 20 Meter lange – Schiffe, die in Nord- und Ostsee für den Krabbenfang eingesetzt werden. Sie verfügen über einen geringen Tiefgang, daher können sie in den flachen Küstengewässern operieren. Sie sind aus Holz gebaut und werden üblicherweise mit einem Dieselmotor angetrieben. Typisch für Krabbenkutter sind die beiden seitlichen Auslegerbäume, an denen die Netze ins Wasser gelassen werden. Nach erfolgreichem Fang werden die Garnelen noch an Bord gekocht, damit sie ihr unverwechselbares Aroma behalten. Die in meinem Krimi erwähnte Frisia gibt es tatsächlich; dieser Kutter wurde an Land geschafft und kann in Norddeich am Dörper Weg unweit vom Erlebnisbad Ocean Wave von außen besichtigt werden.
Freden, Köhlers und Wolters Chef, ist nicht begeistert. Dortje Brannum, Köhlers Lebensgefährtin, ist schon wieder in einen Mordfall involviert!
Sina Jorritsma: Der Norder Dienststellenleiter Hauptkommissar Freden und die Kriminalreporterin Dortje Brannum von der – fiktiven – Lokalzeitung Friesenblatt sind in herzlicher Feindschaft miteinander verbunden. Dem Chef ist es ein Dorn im Auge, dass zwischen seinem Mordermittler Torsten Köhler und der quirligen Journalistin eine Liebesbeziehung existiert. Freden fürchtet, dass der Kommissar bei einer laufenden Ermittlung seine Dortje exklusiv mit Informationen versorgt. Tatsächlich muss Köhler ständig auf einem schmalen Grad zwischen seinen Pflichten und seinen Gefühlen wandeln. Dass Dortje Brannum aber diesmal wieder in Gefahr gerät, ist nun wirklich nicht ihre eigene Schuld. Vielmehr trägt der Kriminelle Ulf Tessling die Verantwortung, der ein ganz bestimmtes Interesse an der Reporterin hat …
Hannah Ehrhardt ist Tesslings Brieffreundin. Sie thematisieren, dass es Menschen, insbesondere Frauen, gibt, die den Kontakt zu verurteilten Straftätern suchen.
Sina Jorritsma: Es gibt sogar einen Fachausdruck für dieses Phänomen, nämlich Hybristophilie. Darunter versteht man das romantische Interesse an Gewalt- und Sexualstraftätern. Es bezieht sich nicht nur auf die Person, sondern auch auf die Tat(en) selbst. Es geht letztlich um Macht, Kontrolle und Grenzüberschreitung. Frauen, die solche »Beziehungen« anstreben, wird ein geringes Selbstwertgefühl nachgesagt. Dabei spielen Verlustängste eine große Rolle. Der Mann kann ihnen ja nicht »entkommen«, weil er hinter Gittern sitzt – oftmals sogar lebenslänglich. Dabei verschließen sie oft die Augen vor der Grausamkeit seiner Verbrechen oder deuten diese als Ausdruck besonderer Leidenschaftlichkeit um. Und da der Täter sich im Gefängnis befindet, ist ein gemeinsamer Alltag mit ihm gar nicht möglich. Es bleibt also viel Platz für Fantasien und Idealvorstellungen, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben.