Ein Vermisstenfall, der niemanden interessierte – bis die erste Leiche auftaucht.
Als die junge Jette verschwindet, reagiert die Polizei zögerlich – doch die Sonderermittler Grote und Lessing stoßen bald auf eine Spur, die sie nicht mehr loslässt. Mit jeder neuen Entdeckung verdichten sich die Hinweise auf eine grausame Serie von Verbrechen in Ostfriesland.
Der Klappentext zum Ostfrieslandkrimi
»Ein Serienmörder in Ostfriesland! Wie lächerlich!« Mit diesen Worten stürmt Oberstaatsanwalt Hase aus dem Büro von Staatsanwältin Theda Siefken und lässt seine Kollegin konsterniert zurück. Nachdem Geske Winter ihre Enkelin Jette vermisst meldete, lief der Polizeiapparat nicht so an, wie es hätte sein sollen. Doch nun haben sich Stefan Grote und Stine Lessing, die beiden Sonderermittler der Kripo Aurich, des Falls angenommen und machen beunruhigende Entdeckungen. Als wenig später die Leiche einer jungen Frau aufgefunden wird, die Jette ähnelt, glauben sie nicht an einen Zufall. Geht auf den nächtlichen Straßen Ostfrieslands ein Serienmörder um? Erst als weitere Leichen auftauchen, ist Oberstaatsanwalt Hase überzeugt und gibt Theda Siefken und ihren Ermittlern freie Hand. Doch es fühlt sich an, als jagten Grote und Lessing einem Phantom nach. Gerade in dem Moment, als erst das Rätsel gelöst scheint, wird ihnen bewusst, dass sie keine Zeit mehr haben. Denn der Täter ist bereits auf der Suche nach seinem nächsten Opfer …
Der Ostfrieslandkrimi »Nebelnächte« ist als E-Book und Taschenbuch bei den bekannten Anbietern erhältlich wie:
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Mehr über die Serie können Sie im Steckbrief erfahren.
Viel Freude beim Lesen wünscht
Das Team von www.ostfrieslandkrimi.de
Das Interview zum Ostfrieslandkrimi
Nebelnächte – ein spannendes Szenario für Ihren neuen Ostfrieslandkrimi. Worum geht es?
Hans-Rainer Riekers: Der Titel dieses sehr dramatischen Kriminalromans verrät es bereits. Es geht nicht um eine, sondern um mehrere Nächte. In diesen Nebelnächten treibt ein Täter auf den Landstraßen Ostfrieslands sein Unwesen. Und genau wie in der Realität ist für Grote und Stine schwer zu erkennen, dass sie es mit einem Mehrfachmörder zu tun haben. Manchmal geschehen eben Dinge, die die Vorstellungskraft »normaler« Menschen übersteigen. Das Wort normal habe ich bewusst in Anführungszeichen gesetzt, denn Psychologen sind damit sehr zurückhaltend. Was ist schon normal? Im Vorfeld dieses Romans habe ich mich sehr mit der Psyche von Serientätern befasst. Sie agieren oft fern unserer üblichen Handlungsmuster und passen in keine Schablone. Dennoch leben sie völlig unauffällig unter uns, bis die Wahrheit ans Licht kommt. So ist es auch in diesem Fall. Stine, das wird am Ende der Handlung deutlich, gerät in das Spannungsfeld der Frage: »Stehe ich einem Menschen oder einem Monster gegenüber?« Eine Antwort darauf, das merkt sie selbst, ist schwer zu finden. Vermutlich gibt es sie gar nicht.
Neben den beiden Kommissaren Stine Lessing und Stefan Grote sind auch wieder Skipper, der Kollege aus Emden, und Theda Siefken, die unkonventionelle Staatsanwältin, mit an Bord. Wie wichtig ist denn solch eine gute Zusammenarbeit für Ermittlungen im Polizeialltag?
Hans-Rainer Riekers: Nun, es gibt zum einen die professionelle Zusammenarbeit. Sie ist wichtig und hilfreich. Und dann gibt es noch die professionell-freundschaftliche Zusammenarbeit. Jeder von uns kennt den Unterschied und jeder weiß, dass die zweite Variante die Arbeit und das Leben erleichtert. Genau auf diesem Niveau agieren die Protagonisten in meinen Romanen. Sie vertrauen einander und wissen, dass sie sich in besonders schwierigen Situationen aufeinander verlassen können. Das gilt besonders im Verhältnis zwischen Grote, Stine und Skipper. Doch selbst Staatsanwältin Thedas Siefken, bei aller beruflich gegebener Distanz, agiert freundschaftlich zu den Ermittlern. Auch wenn ihr ziemlich spezieller Umgangston manchmal daran zweifeln lässt.
Ich bin übrigens fest davon überzeugt, dass die Leser lieber Ermittler begleiten, die sich nicht ständig anblaffen oder mit eigenen psychischen Problemen zu kämpfen haben. Die Spannung eines Romans sollte von dem Kriminalfall an sich, nicht von den mentalen Wirrungen der Ermittler getragen werden.
Der Zufall spielt in Ihrem neuen Krimi eine entscheidende Rolle. Ist das bei wahren Verbrechen und ihrer Aufklärung tatsächlich auch oftmals der Fall?
Hans-Rainer Riekers: Auch wenn Grote, wie viele reale Ermittler ebenfalls, behauptet, der Zufall habe bei Ermittlungen keinen Platz, weiß er doch, dass dies eine Wunschvorstellung ist, die nie in Erfüllung gehen wird. Das Wort von »Kommissar Zufall« kommt nicht von ungefähr. Und, auch das weiß jeder Ermittler, der Zufall ist ein unsteter Genosse. Mal hilft er bei den Ermittlungen, mal schadet er ihnen. Man kann ihn nicht ausschließen, muss aber stets im Kalkül haben, dass er die eigenen Ermittlungen, ohne dass es jemand bemerkt hat, bereits in die eine oder andere Richtung beeinflusst haben könnte.
In dem Roman gibt es ein paar Szenen mit der Oma von Jette, die den Leser bestimmt sehr anrühren. Wie schwer ist es denn für einen Ermittler, die nötige professionelle Distanz zu wahren? Ich stelle mir das wie bei einem Arzt vor, der über eine schlimme Diagnose sprechen muss. Dem Patienten ist schließlich nicht damit geholfen, wenn der Arzt in Tränen ausbricht.
Hans-Rainer Riekers: Das ist in der Tat ein großes Problem, insbesondere bei jungen Polizisten. Jeder, egal ob bei der Schutz- oder Kriminalpolizei, kann unvermittelt in Situationen geraten, die emotional schwer zu bewältigen sind. Erfahrung und Arbeitsroutine helfen dabei, sie zu überstehen. Das zeigt sich auch in meinen Romanen. Grote hat schon einige Dienstjahre auf dem Buckel, er steckt (zumindest äußerlich) diese Belastungen besser weg als Stine. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Situationen dem erfahrenen Kollegen nicht unter die Haut gehen. Da wird schon mal eine gewisse Kaltschnäuzigkeit gespielt, die es gar nicht gibt. Die Quittung kommt dann nach dem Dienst, oftmals unvermittelt.
Ich sagte es bereit eingehend: Für diesen Ostfrieslandkrimi habe ich mich mit der Psychologie von Serientätern beschäftigt. Genauso aber mit der Frage, ob es diese auch in Ostfriesland gab. Klare Antwort: Ja, es gab sie. Den in meinem Krimi genannten Gedenkstein für das Opfer eines Serienmörders auf dem Friedhof in Hage gibt es tatsächlich. Ich bin zufällig darauf gestoßen und ja, die Geschichte hat mich emotional sehr berührt. Damit wären wir wieder beim Thema.
Eins noch zum Abschluss. Die Inspiration zu meinem neuen Ostfrieslandkrimi habe ich wieder einmal einem realen Fall entnommen. Es handelt sich um die sogenannten »Discomorde«, ungelöste Fälle, die in den 1990er-Jahren das Elbe-Weser-Dreieck erschütterten!