Die Auricher Kommissare Wiebke Jacobs und Dr. Evert Brookmer stehen vor ihrem 20. Kriminalfall in dem neuen Ostfrieslandkrimi „Auricher Stiftung“ von Martin Windebruch. Und wie immer ist Labrador Fiete stets mit dabei!
Der Klappentext zum Ostfrieslandkrimi:
»Mein Mann ist verschwunden!« Die Suche nach ihrem vermissten Ehemann führt Taalkea de Groot und die Polizei zu einem Auricher Schrottplatz. Hier steht Hanno de Groots abgeschlepptes Auto, mit dem er zu einer beruflichen Fortbildung fahren wollte. Dort kam er jedoch nie an. Taalkea öffnet den Kofferraum des Wagens – und findet darin ihren ermordeten Mann! Hanno de Groot war Geschäftsführer der »Ostfriesland-Stiftung Zukunft«, die sich für die regionale Wirtschaft engagiert. Doch hinter den Kulissen steckte die Stiftung in finanziellen Schwierigkeiten. Zudem hatte Hanno sich mit einem mächtigen Mitbegründer überworfen, der ihm kurz vor seinem Tod ein Ultimatum stellte. Auch ein erbitterter Nachbarschaftsstreit rückt in den Fokus der Kommissare Wiebke Jacobs und Dr. Evert Brookmer von der Kripo Aurich. Dann erfahren sie, dass Hanno vor Kurzem eine Scheidungsanwältin kontaktiert hatte. Wusste seine Frau mehr von seinen Plänen, als sie zugibt?
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Das Interview zum Ostfrieslandkrimi:
»Auricher Stiftung« heißt der neue Ostfrieslandkrimi mit den Kommissaren Wiebke Jacobs und Dr. Evert Brookmer. Worum geht es in Ihrem neuen Buch?
Martin Windebruch: Evert Brookmer und Wiebke Jacobs bekommen es mit einem besonders mysteriösen Verschwinden zu tun. Hanno de Groot, der angesehene Geschäftsführer der »Ostfriesland-Stiftung Zukunft«, bricht am Freitagmorgen zu einer Fortbildung nach Hamburg auf – kommt dort jedoch nie an. Seine besorgte Ehefrau Taalkea wendet sich an die Polizei in Aurich. Kurz darauf gibt es die traurige Gewissheit: De Groots Wagen wurde wegen Parkens in einer Feuerwehrzufahrt in Brockzetel abgeschleppt, und im Kofferraum liegt die Leiche des Stiftungsleiters. Die Kommissare tauchen in ein Geflecht aus regionalen Wirtschaftsinteressen, privaten Geheimnissen und verletztem Ehrgeiz ein, um herauszufinden, wer ein Interesse an de Groots Tod hatte.
Ein Ostfrieslandkrimi im Stiftungsmilieu – wie kamen Sie auf dieses Thema und was hat Sie daran gereizt?
Martin Windebruch: Stiftungen genießen in der Öffentlichkeit oft einen tadellosen Ruf: Sie stehen für Gemeinnützigkeit, Regionalförderung und das Gute in der Gesellschaft. Mich hat genau der Kontrast gereizt, der entsteht, wenn man hinter diese Fassade blicken kann: Wenn es darum geht, wer in einer Region das Sagen hat, wer welche Strippen zieht und wo Fördergelder oder Spenden fließen, menschelt es gewaltig. Der Reiz lag darin, das mit dem bodenständigen, oft gemütlichen Ostfriesland zu verknüpfen.
Nach außen verfolgt die »Ostfriesland-Stiftung Zukunft« einen gemeinnützigen Zweck, hinter den Kulissen gibt es jedoch finanzielle Schwierigkeiten und persönliche Konflikte. Welche Rolle spielen Macht und Geld in diesem Kriminalfall?
Martin Windebruch: Macht und Geld sind in diesem Fall der zentrale Motor. Die Stiftung steht finanziell nicht so gut da, wie es der Schein vermuten lässt. Das führt zu massivem Druck: Wichtige Förderer und Gründungsmitglieder drohen mit dem Ausstieg oder fordern Sanierungsmaßnahmen. Wer im Hintergrund die Fäden zieht, möchte verhindern, dass das eigene Lebenswerk zerstört wird oder die eigene Machtposition verloren geht. Wenn Geldknappheit auf gekränkten Stolz und Existenzängste trifft, wird die Lage brandgefährlich – und in unserem Fall vielleicht sogar tödlich.
Aber es gibt auch andere Spuren. Besonders pikant ist, dass die Auricher Kommissare herausfinden, dass das Mordopfer Kontakt zu einer Scheidungsanwältin gesucht hatte. Gerät die Ehefrau Taalkea dadurch automatisch in Verdacht?
Martin Windebruch: Für die Ermittler ist das ein klassisches und sehr starkes Motiv: Taalkea de Groot gibt sich zwar als besorgte und ahnungslose Ehefrau, doch der heimliche Termin ihres Mannes bei einer Scheidungsanwältin wirft ein ganz anderes Licht auf die Ehe. Bei einer Scheidung hätte de Groot versucht, sein Vermögen abzusichern. Durch seinen plötzlichen Tod erbt Taalkea als Witwe das Haus und beträchtliche finanzielle Mittel. Dies rückt sie natürlich sofort ins Visier von Wiebke Jacobs und Evert Brookmer.