Die Leseprobe zu „Spielkartenmord auf Wangerooge“!

Die aufregende Leseprobe zu Julia Brunjes neuen Ostfrieslandkrimi „Spielkartenmord auf Wangerooge“ jetzt hier zu lesen.

 

Ein neuer Ostfrieslandkrimi von Julia Brunjes ist da. Aus diesem Anlass haben wir eine kleinen Ausschnitt als Leseprobe hier bereit gestellt. In dieser Leseprobe finden unsere beiden Inselpolizistinnen die Leiche des Urlaubers im Hinterhof der Standbar. Viel Freude beim Lesen!

 

 

***

Sie setzten sich in Bewegung.

»Und nun erzählt mal, was ihr gewonnen …« Peter wurde von einem spitzen Schrei unterbrochen, der von irgendwo hinter der Strandbar zu hören gewesen war.

Auch andere Köpfe drehten sich, doch die meisten feierten und lachten danach weiter, als wäre nie etwas gewesen.

Neles Alarmglocken schrillten. Das war kein Schrei der Freude gewesen, sondern einer aus Panik. Sie wechselte einen schnellen Blick mit Jule, dann eilten die beiden Frauen davon und ließen den verdutzten Vater und Ehemann stehen.

»Von wo kam dieser Schrei?«, fragte Jule leise, während sie ihre Mutter angespannt beobachtete.

Sie folgten dem Weg einmal ums Haus. Auch hier standen Gäste, tranken und schnackten in aller Seelenruhe. Hatte denn niemand etwas bemerkt? Dabei standen sie doch direkt daneben!

Aber Alkohol machte Menschen unaufmerksam, wie Nele wusste.

»Moin, haben Sie einen spitzen Schrei gehört?«, fragte sie ein Pärchen, das Arm in Arm stand und gen Nachthimmel schaute. Sie kicherten leise.

»Nö, sollten wir?«, säuselte die junge Frau und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Wie viel sie wohl schon getrunken hatte?

Ihr Freund schob die breiten dunklen Augenbrauen zusammen und überlegte angestrengter als seine Liebste. »Meinen Sie das eben? Ach, das war gar keine Möwe? Dann habe ich auch null Ahnung.«

Nele seufzte, bedankte sich aber und ging an ihnen vorbei. Hinten war nun niemand mehr, und die Geräusche der Partygäste wurden leiser. Am Hinterausgang der Bar standen die Mülltonnen. Kein Wunder, dass sich niemand dorthin verirrte. Auch die Sicht ließ zu wünschen übrig, weil das Licht der Fackeln und Lampen nicht bis hierher reichte.

In Neles Bauch machte sich ein ungutes Gefühl breit. Sie konnte nicht genau sagen, was es war, aber manchmal setzte sich ein Verdacht in ihrem Kopf fest, der sie dann nicht mehr losließ. Ein sechster Sinn, wenn man so wollte.

»Mama, was hast du? Hier ist doch niemand. Vielleicht war es wirklich nur eine Möwe, die gekreischt hat.« Jule wollte schon umkehren, aber ihre Mutter war noch nicht so weit.

Eine Möwe um diese Uhrzeit? Da schliefen die Tiere normalerweise.

»Moment, Julchen, eine Sekunde noch. Irgendwas sagt mir, dass wir uns wenigstens umsehen sollten.«

Als Vorgesetzte hatte Nele ohnehin das Sagen, und Jule folgte. Sie tat es aber auch gern, wie ihre Mutter wusste.

Die Polizeimeisterin widersprach nicht, sondern ließ den Blick schweifen. Dafür schaltete sie extra die Taschenlampenfunktion in ihrem Handy an und schwenkte den Lichtkegel über den düsteren Hinterhof der fröhlich-bunten Strandbar. »Falk könnte hier ruhig mal aufräumen. Und es stinkt!« Jule rümpfte die Nase.

Nele scannte die Umgebung mit ihren Augen, ehe sie sich in Bewegung setzte und einen Blick hinter die Mülltonnen warf. Sie meinte, etwas Glänzendes gesehen zu haben.

Sofort zuckte sie zurück. »Jule, hierher! Schnell!«

Ihre Tochter brauchte nur zwei große Schritte, schon stand sie neben der Kommissarin. Sie sog hörbar Luft ein und schluckte. »Wer … ist das?«, fragte sie erstickt und musste sich abwenden.

Normalerweise war Jule keine Ermittlerin, die sich schnell in die Flucht schlagen ließ, aber bei dieser riesigen Fliegenschar, die um den Mann am Boden schwirrte, kamen auch ihr die Snacks und das Friesenbier wieder hoch.

Nele verdaute den ersten Schock und hockte sich hin, um ihn in Augenschein zu nehmen. Sein Gesicht war voller Blut, das die Tiere in dieser Hitze schnell angelockt hatte. Sie krochen ihm über Stirn, Wangen und Mund.

Er trug Jeans und ein lockeres Hemd, das einmal weiß gewesen war. Die Augen waren geschlossen, die trockenen Lippen leicht geöffnet.

Nele überprüfte vorsichtig seinen Puls, aber er war bereits tot. »Ist noch warm. Die Tat kann nicht lang her sein.«

»Aber das Blut ist getrocknet. Also ist es auch nicht eben erst geschehen«, fügte Jule hinzu. Sie war wieder ganz der Profi. »Kennst du ihn?«

Nele überlegte eine Weile und kramte in ihrem Gedächtnis. »Kommt mir bekannt vor, aber ich bin mir nicht sicher. Haben wir ihn nicht erst vorhin hinter uns sitzen sehen?« Sie betrachtete das goldglänzende Medaillon um seinen Hals, das erst auf ihn aufmerksam gemacht hatte. Auch darauf waren dunkle Spritzer zu sehen.

Jule schlug sich an die Stirn, als es ihr wie Schuppen von den Augen fiel. »Natürlich! Das ist der Mann, der ständig dazwischengerufen hat! Mit dem vielen Blut hätte ich ihn kaum wiedererkannt. Ich fand ihn mehr als störend.« Sie schnaufte leise.

»Jemand anderes, wie mir scheint, auch. Er hat sich vor allem mit uns angelegt, als hätte er es auf uns abgesehen. Vielleicht, weil wir die Führenden und am Gewinnen waren.«

»Ist dir aufgefallen, dass er immer so gesprochen hat, als würde er uns kennen? Das war mir suspekt«, raunte Jule.

Nele nickte nachdenklich. »Sicher hat er noch mehr Gäste als uns provoziert, bis einem von ihnen die Hutschnur geplatzt ist.« Sie kramte in ihrer Tasche nach dem Handy. »Rufst du Doktor Hofmeister an? Dann telefoniere ich mit Jever und sage Jens Brand Bescheid, dass er ein Team schicken soll. Wir brauchen hier dringend die Spurensicherung und Leute, die unsere Asservatentaschen zusammen mit der Leiche nach Oldenburg bringen.«

Jule war mit der Einteilung einverstanden und kam der Bitte ihrer Mutter sofort nach. Sie war schon wieder Feuer und Flamme, weil es einen neuen Fall gab.

Nele betrachtete die Leiche eine Weile. Das dunkle Haar klebte ihm an der bleichen Stirn, und er hatte vor Kurzem noch heftig geschwitzt. Ob das am Sommerwetter lag?

Erst vorhin war er noch in der Bar gewesen, nun saß er halb zusammengesunken und gegen die Steinwand gelehnt da, die Handflächen nach oben gedreht und locker in seinem Schoß, in welchen eine Menge Blut getropft war.

Zwischen stinkenden Mülltonnen irgendwo auf einem dunklen Hinterhof würde Nele nicht enden wollen. Wer auch immer diesen Mann ermordet hatte, hatte ihn wahrscheinlich auch gehasst. Das hier hatte nichts mit Respekt oder einem Versehen zu tun, sondern war eine eiskalte Tat, die direkt in ihrem Rücken stattgefunden hatte.

Was hast du hier draußen gemacht, nachdem du die Bar verlassen hast? Normalerweise würde man doch den Heimweg antreten, aber du bist hier und wurdest von vorn erschlagen, hast deinem Mörder also in die Augen geblickt. Sie sah sich nach einer heruntergefallenen Zigarette, einem Joint oder einem Flachmann um, irgendetwas, was darauf hindeutete, wieso er die Stille und Dunkelheit gesucht hatte, doch konnte nichts dergleichen finden. Warum hat man dir so brutal den Schädel eingeschlagen? Welche Geheimnisse hast du zu verbergen, Unbekannter?

***

 

 

Klappentext:

 

Eine kurioses Rätselspiel führt in den Tod! Nach einer abendlichen Quizveranstaltung in der Strandbar Flamingo auf Wangerooge finden die Inselpolizistinnen Nele und Jule Hibenga unverhofft den toten Urlauber Ludger Sörensen. Er wurde offenbar im Hinterhof des Gebäudes mit einem schweren Gegenstand erschlagen. Der Fall erweist sich als äußerst mysteriös. Auf seinem Tisch, an dem er den Abend verbrachte, wird eine aufgespießte Spielkarte mit einem seltsamen Zeichen gefunden, und in seinem Pensionszimmer befindet sich eine Pinnwand mit genauso rätselhaften Markierungen. Zudem war der Ermordete anscheinend mit einer Gruppe von Leuten auf der Nordseeinsel, doch als die beiden Polizistinnen mit ihnen Kontakt aufnehmen wollen, geschieht ein zweiter Mord! Es stellt sich heraus, dass alle Beteiligten auf Wangerooge sind, um an einem grotesken Rätselspiel teilzunehmen – dem Gewinner winkt viel Geld! Doch wer ist der geheimnisvolle Mastermind, der hinter den Kulissen die Strippen zieht?

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Eine Übersicht über die Reihenfolge der Bücher finden Sie hier.

Viel Freude beim Lesen wünscht

Das Team von www.ostfrieslandkrimi.de