Autoreninterview Ulrike Busch

Heute ist „Mordsschwestern“, der neue Ostfrieslandkrimi von Ulrike Busch, erschienen.

Wir hatten die Möglichkeit, ein Gespräch mit der Hamburger Autorin zu führen. Im Interview erfahrt ihr spannende Hintergründe über den neuen Ostfrieslandkrimi. Die Kommissare Tammo Anders und Fenna Stern aus der Reihe  Kripo Greetsiel ermittelt warten nach jedem gelesenen Fall mit noch weiteren spannenden Ermittlungen für die Leser auf.

 

Ostfrieslandkrimi Mordsschwestern

Klappentext: Das ostfriesische Fischerdorf Greetsiel wird von einem makabren Mordfall erschüttert. Eine Frau wird getötet aufgefunden, mitten auf dem Friedhof und ausgerechnet am Grabstein der berühmten Familie Feddersen. Brisante Zusammenhänge kommen ans Licht. Die Tote war die Leiterin des Museums, in dem die wertvollen Kunstsammlungen des verstorbenen Ehepaars Feddersen bald ein Zuhause finden sollten. In Verdacht geraten die Erben, unter denen ein verbitterter Streit über die Kunstschätze herrscht. Schnell wird klar: Die drei Schwestern Urte, Dorit und Leni sind zu vielem bereit, um ihren Willen durchzusetzen… Die Kommissare Fenna Stern und Tammo Anders stehen vor einer heiklen Mission, denn sie haben es mit einer der einflussreichsten Familien Ostfrieslands zu tun. Doch zum Zaudern bleibt keine Zeit, plötzlich ist eine der Schwestern spurlos verschwunden und die Ereignisse nehmen einen unvorhersehbaren Verlauf…

 

 

Der Roman  „Mordsschwestern“ kann bei den gängigen Anbietern wie Amazon oder Weltbild sowie im stationären Buchhandel erworben werden.

 

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Interview mit Ulrike Busch zu ihrem Ostfrieslandkrimi „Mordsschwestern“

 

Autorin Ulrike Busch

Ostfrieslandkrimi-Autorin Ulrike Busch

1.) Liebe Ulrike, die Greetsieler Kommissare Tammo Anders und Fenna Stern aus deiner neuen Krimi-Reihe „Kripo Greetsiel ermittelt“ ermitteln wieder. Kannst du uns ein wenig über „Mordsschwestern“ erzählen, was über den Klappentext hinaus geht?

Nach dem Tod von Max Feddersen erben die Geschwister Hanno, Urte, Dorit und Leni gemeinschaftlich die Kunstsammlung der Eltern. Es war der ausdrückliche Wunsch von Max und seiner vor vier Jahren verstorbenen Frau Martha, dass ihre Sammlung ostfriesischer Gemälde und wertvollen handbemalten Porzellans nach ihrer beider Tod in ein Museum überführt und so der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Doch noch bevor Max begraben wird, entwickeln die Geschwister ihre eigenen Vorstellungen davon, wie es mit dem Kunstschatz weitergehen soll. Nicht jeder von ihnen spricht seine Wünsche offen aus, aber fast jeder heckt seinen eigenen Plan aus. Und dann meint auch noch die Cousine der Geschwister, ein Wörtchen mitreden zu müssen. Klar, dass das nicht gutgehen kann!

 

2.) Arbeitest du vorm eigentlichen Schreibprozess ein Konzept aus, an dass du dich hältst oder lässt du dich von Augenblick zu Augenblick inspirieren? 

Zuerst habe ich immer eine Idee, meist ist es die erste oder letzte Szene des Romans, manchmal auch eine Schlüsselszene aus der Mitte. Darum herum baue ich ein Grundkonzept, an das ich mich weitgehend halte. Oft passiert es in der zweiten Hälfte oder sogar erst im letzten Viertel des Romans, dass ich merke: Der Täter muss nicht unbedingt Figur A sein; Figur B hätte doch ein viel besseres Motiv und eine passendere Gelegenheit.

Ich bin also selbst nie ganz vor Überraschungen gefeit und freue mich immer riesig, wenn Leser mir schreiben, dass sie die Person für den Täter gehalten haben, die ich ursprünglich für diese Rolle vorgesehen hatte, und nie auf denjenigen gekommen wären, der letztlich entlarvt wurde.

 

 

3.) Deine Leser sind immer begeistert von deinen sehr gut herausgearbeiteten Charakteren. Du hast eine große Beobachtungsgabe was Menschen betrifft, oder?

Zum einen das, zum anderen habe ich das große Glück, dass mir über mein ganzes Leben hinweg bisher immer wieder sehr ungewöhnliche Menschen begegnet sind. Oft sind es keine angenehmen Zeitgenossen, aber doch charakterlich sehr interessante Menschen. Menschen, die sich auf irgendeine Weise extrem verhalten, die sehr egozentrisch und hochstaplerisch sind oder besonders verschlossen und griesgrämig.

Meine Freunde sagen schon immer, ich ziehe solche Menschen an wie das Licht die Mücken. Ich denke eher: Andere Leute ziehen sich von solchen Persönlichkeiten schnell zurück; ich dagegen lasse sie an mich heran, weil sie mich interessieren. Ich will mehr von ihnen wissen, hinter ihre Fassade blicken und ihr Verhalten verstehen.

Witzig ist: Von meinem ersten Roman an waren es immer genau diese sehr ungewöhnlichen Figuren, die von manchen Lesern als völlig unrealistisch abgetan wurden, die aber genau zu den Charakteren gehören, die mir im realen Leben – natürlich mit ganz anderem Namen, Wohnort, Lebenslauf und Beruf – begegnet sind.

 

4.) Gibt es für Urte Feddersen, bei der Kommissar Tammo Anders an eine hartherzige Internatsleiterin aus einem alten Film erinnert wird, ein reales Vorbild?

Oooh ja, für Urte und Leni, dieses etwas merkwürdige Geschwistergespann. Vor bald 40 Jahren habe ich einige Monate in einer orthopädischen Klinik verbracht. Ich konnte das Bett nicht verlassen und mich nicht auf Bücher konzentrieren. Was macht man da? Man findet Ablenkung in der Beobachtung seiner Mitpatientinnen.

Zwei Wochen lang hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, mein Zimmer mit einer „Urte“ zu teilen. Als sie den Raum zum ersten Mal betrat, dachte ich sofort: Sie muss eine gnadenlos harte Internatsleiterin sein. War sie natürlich nicht, aber beim heiteren Beruferaten – Ihr erinnert Euch an „Was bin ich?“ mit Robert Lemke? – hätte sicher jeder genauso getippt wie ich.

Die Dame war Anfang 60, eine knallharte Jungfer und führte ein kleines Unternehmen, das sie von ihrem Vater geerbt hatte. Sie hatte eine etwas jüngere Schwester, die für sie tätig war und die sie sehr herrisch wie eine Untergebene behandelte, und sie hatte eine verängstigte Hausangestellte. Beide habe ich ebenfalls kennengelernt. Dieses Gespann ist mir für alle Zeiten im Gedächtnis haften geblieben. Und ich konnte gar nicht anders als die „Urte“ und ihre „Leni“ von damals in diesem Krimi auftreten zu lassen.

 

Greetsiel

Greetsieler Kutterhafen

 

5.) Arbeitest du schon an einem neuen Projekt?

Na klar. Das Manuskript zu Band 5 der Kripo Greetsiel werde ich dieses Jahr noch abschließen. Das Thema wird natürlich noch nicht verraten. Aber abgesehen von dem Fall, den die Ermittler zu lösen haben, geht es um eine spannende Frage, die Tammo und Fenna betrifft.

Das heißt: Im Wesentlichen wird diese Frage schon in Band 4 („Mordsschwestern“) geklärt. Aber Tammo hat seiner Fenna hier eine Entscheidung überlassen und bereut letztlich, dass er nun so gar nicht mitmischen kann. Er wird auf einmal sehr unruhig … In Band 5 erfährt er, ob seine Sorgen berechtigt waren.

 

Vielen Dank für die informative Beantwortung unserer Fragen. Das Team von Ostfrieslandkrimi.de wünscht viel Erfolg mit „Mordsschwestern“ und allzeit gute Ideen für die Fortsetzung der erfolgreichen und sehr beliebten Krimireihe.

 

 

Alle Bände:

Kripo Greetsiel ermittelt

 

 

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